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Interview mit Sysbus - Informationsseite für IT-Spezialisten

Im Interview mit Denise Cézanne-Güttich von Sysbus sprechen wir über die Anforderungen von IT-Fachmagazinen an Inhalte, das richtige Maß an technischer Tiefe, die Bedeutung von Anwenderberichten und vieles mehr.

Interview mit Sysbus

Inhaltsverzeichnis

Welche Beitragsformate sind für ein IT-Fachmagazin heute besonders relevant? Und welche Ziele erfüllen diese jeweils aus redaktioneller Sicht?

Denise Cézanne-Güttich: Für unsere Leser – IT-Spezialisten – sind fachlich relevante Informationen wichtig. Daher benötigen wir Inhalte, die dem technischen Interesse unserer Leser entsprechen.

Welchen Stellenwert haben klassische Presseinformationen in Ihrer redaktionellen Arbeit? Und welche Kriterien entscheiden darüber, ob eine Pressemitteilung überhaupt aufgegriffen oder weiterverfolgt wird?

Denise Cézanne-Güttich: Die Bearbeitung klassischer Presseinformationen nimmt nach wie vor einen großen Teil unserer Arbeit ein. Das Sondieren und Filtern nach für unsere Leser interessanten Themen für unsere News-Berichterstattung ist demzufolge ein Hauptbestandteil der Redaktionsarbeit.

Wie wichtig sind Anwenderberichte und Best-Practice-Beispiele für Ihre Leser? Und worauf kommt es aus Ihrer Sicht bei einem glaubwürdigen und redaktionell relevanten Anwenderbericht besonders an?

Denise Cézanne-Güttich: Anwenderberichte sind glaubwürdig, wenn sie Probleme und Herausforderungen zeigen und nicht nur eine reine Success Story sind. Erst dann sind sie für Leser wirklich relevant. Da dies oft nicht der Fall ist, spielen diese in unserem Medium eine untergeordnete Rolle. Stattdessen setzen wir eher auf redaktionell durchgeführte eigene Testberichte.

Welche Erwartungen haben Sie an die technische Tiefe von Fachbeiträgen?

Denise Cézanne-Güttich: Für uns ist es extrem wichtig, dass Fachbeiträge besonders fundierte technische Informationen liefern, da wir uns an technisch versierte Leser wenden.

Gibt es typische Fehler oder No-Gos, die dazu führen, dass eingereichte Fachbeiträge oder Themenvorschläge nicht berücksichtigt werden?

Denise Cézanne-Güttich: Ein No-Go sind werbliche Formulierungen oder Übertreibungen, wie zum Beispiel „XXX definiert YYY neu“.

Wie haben sich die Anforderungen an IT-Fachbeiträge in den letzten Jahren verändert? Beobachten Sie eine stärkere Nachfrage nach strategischen Themen, technischen Deep Dives oder praxisnahen Lösungsansätzen?

Denise Cézanne-Güttich: In der Praxis haben wir eher festgestellt, dass technische Themen immer weniger im Fokus liegen und stattdessen strategische Themen den Vorzug erhalten. Das liegt teilweise sicher auch daran, dass immer weniger Autoren mit dem nötigen technischen Grundwissen zur Verfügung stehen.

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung der IT-Fachpresse ein – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Print und Online, Suchmaschinen-Sichtbarkeit (SEO/GEO), Social Media und neuen digitalen Formaten?

Denise Cézanne-Güttich: Die IT-Fachpresse wird nach wie vor die Interessen der Leser widerspiegeln und informative sowie technisch relevante Informationen für diese aufbereiten. Gesucht werden die Themen ohnehin durch Suchmaschinen oder KI. Unsere Inhalte sind alle online verfügbar und fließen daher in die Informationen, welche über Suchmaschinen oder KI ausgespuckt werden, hinein. In Zukunft wird es ein großes Problem sein, dass KI-Zusammenfassungen den Traffic auf die eigentlichen Quellen ausbremsen. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass diese Zusammenfassungen auch zu vielen Fehlinformationen führen.

Welche Rolle spielen belastbare Zahlen oder Studien für die Glaubwürdigkeit und Veröffentlichungswahrscheinlichkeit eines Beitrags?

Denise Cézanne-Güttich: Wir stellen auch Studien vor, wenn sie für den Leser von Interesse sind. Voraussetzung ist allerdings, dass sie repräsentativ erhoben wurden und einen deutlichen Mehrwert für den Fachleser darstellen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung.

Was unterscheidet Unternehmen, die regelmäßig erfolgreich in Fachmedien präsent sind, von denen, deren Inhalte selten veröffentlicht werden?

Denise Cézanne-Güttich: Es hängt oft mit den Zielsetzungen für die Unternehmenskommunikation zusammen. Bei der Versendung von Pressemeldungen ist nicht die Anzahl der Meldungen, sondern die Relevanz wichtig. Für ein Online-Magazin, welches wie wir vornehmlich technische Informationen aufbereitet, sind Pressemeldungen über einen Vorstandswechsel oder Übernahmen nur peripher von Interesse.

Welche Themen oder Entwicklungen in der IT-Branche werden aus Ihrer Sicht aktuell noch unterschätzt, obwohl sie künftig stark an Bedeutung gewinnen könnten?

Denise Cézanne-Güttich: Datensouveränität in Europa, KI im Security-Umfeld, Regulierungen und Compliance, KI in der Softwareentwicklung, Post-Quanten-Verschlüsselung, autonome KI-Agenten.

Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke!

Denise Cézanne-Güttich arbeitet für Sysbus. Das Fachmedium ist eine Informationsseite für IT-Spezialisten und versorgt seine Zielgruppe mit Neuigkeiten, technischen Hintergrundiformationen und Expertenkommentaren.