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King Content

Es war einmal ein König, der allseits beliebt an der Spitze seines Reiches stand, weil er regelmäßig zu seinem Volk sprach. Er hielt Reden am laufenden Band, pflegte die ständige Kommunikation, überschüttete seine Untertanen mit Informationen; so lange, bis sein Volk ihn nicht mehr verstehen konnte bzw. wollte. Der Informationsgehalt seiner Ansprachen schwand, aus Neuigkeiten wurden Phrasen und Floskeln. Dem König hörte niemand mehr zu – bis zu seinem Tod. Doch ein neuer König bestieg den Thron. Auch er redet regelmäßig, aber weniger und gezielter. King Content ist tot, König Inhalt hingegen ist in aller Munde.

Das kleine Märchen hat natürlich einen Hintergrund. In der Medien- und Internetbranche ist „Content is King“ eine wohlbekannte Weisheit. Webseiten können noch so professionell programmiert sein, Broschüren können in ein grandioses Layout gesetzt, Artikel mit lebendigen Bildern untermalt werden – letztlich kommt es aber vor allem auf das Gesagte bzw. das Geschriebene an.

Damit wir uns also nicht falsch verstehen: „Content is King“ gilt auch heute noch – aber anders. Sei es auf der eigenen Internetseite, in Marketingunterlagen und vor allem im Medienbereich (Zeitungen, Fachzeitschriften, Online-Medien etc.): Letztlich möchte (fast) jeder Schreiber dem Leser etwas vermitteln; eine Nachricht, eine Neuigkeit, ein Statement, vielleicht sogar eine Vision, die den Leser begeistern und gegebenenfalls auch direkt zu einer Reaktion führen soll.

Stecknadelbeiträge im Informationsheuhaufen
In unserem Agenturalltag betrachten wir natürlich vor allem Veränderungen in der PR-Arbeit. Heutzutage gilt vielmehr die in vielen Lebensbereichen gültige Regel: Qualität statt Quantität! Wir sprechen regelmäßig mit Redakteuren unserer wichtigsten Publikationen, und was wir zu hören bekommen, klingt mehr als logisch: Leser suchen in dem Heuhaufen an Informationen, die durch die moderne Medienlandschaft auf sie einprasseln, die Stecknadeln in Form von wirklich interessanten Beiträgen. Die Hauptaufgabe der Redakteure ist heutzutage, diese Stecknadeln zu finden.

Wir müssen uns doch nur selbst beobachten; denn im Alltag zählen wir zu der erwähnten Gruppe der Leser. Welche Nachrichten lesen Sie? Was war der letzte Artikel, den Sie bis zum Ende gelesen haben? Und warum? Kurz beantwortet: Weil Sie und ich interessanten Content suchen mit „echten“ Inhalten und einem Mehrwert.

Warum Sie bis hierher gekommen sind!
In der Regel haben Sie zunächst einmal auf die Überschrift(en) reagiert. Das menschliche Gehirn entscheidet binnen Millisekunden zwischen „interessant“ und „uninteressant“. Wenn Sie bis zu dieser Stelle im Text gelesen haben, nehme ich das mal als Kompliment; denn dann hat Sie der Tod unseres besagten Königs schon mal interessiert. Ich hätte auch folgende Überschrift wählen können: „Redakteure suchen Beiträge mit besserem Inhalt“, aber dann wären Sie wahrscheinlich schon längst nicht mehr bei uns – entweder weil Sie kein Redakteur sind oder weil Sie gedacht haben: Dann viel Erfolg beim Suchen! Nach der Überschrift lesen Sie die Einleitung eines Textes. Schafft es der Autor, Ihr durch die Überschrift gewecktes Interesse zu verstärken? Falls ja, lesen Sie weiter. Und nach diesem Muster zieht Sie ein guter Autor durch den gesamten Text bis zum Schluss.

Und bevor ich Sie wieder verliere, halten wir erst einmal fest: Ob im Tagesjournalismus oder in der PR, in Newslettern oder auf Webseiten, um unsere Message an den Leser zu bringen, müssen wir sie sprachlich wie inhaltlich interessant aufbereiten. Mit welchen Mitteln das funktioniert und mit welchen nicht, schildere ich im nächsten Teil unseres Blogs.