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Internationale RundeOb neue Produkte, Dienstleistungen, Eventankündigungen oder Personalveränderungen: Ihre Neuigkeiten sollten Sie der breiten Öffentlichkeit schmackhaft machen. Die klassische Pressearbeit ist immer noch ein probates Mittel. Doch auch Redakteure haben unterschiedliche Geschmäcker. Der eine mag’s scharf formuliert, der andere steht auf milde Töne. Vor allem Eins-zu-eins-Übersetzungen stoßen manchmal übel auf. Warum? Weil sie nicht auf die Mentalität und den Markt des jeweiligen Ziellands zugeschnitten sind. Besser: Beobachten Sie den Markt und würzen Sie Ihre Meldungen entsprechend.

Worin besteht der angesprochene regionale Unterschied? Redakteure aus der DACH-Region z.B. legen großen Wert auf so neutral wie möglich formulierte Informationen und Details, während in den USA opulente Marketingphrasen und mit Superlativen gespickte Texte durchaus gang und gäbe sind. Eins-zu-eins-Übersetzungen vom Englischen (oder anderen Sprachen) ins Deutsche können den hiesigen Anforderungen oft nicht nachkommen. Unser Tipp: Würzen Sie News durch Lokalisierung.

Statt eine Meldung direkt blindlings zu übersetzen, sollten Sie sich zuerst fragen: Wird das meine Zielgruppen und -märkte auch wirklich interessieren oder betreffen? Wollen die dortigen Leser diese Art der Informationsübermittlung? Die Ankündigung einer neuen Dienstleistung, die es in dieser Form nur in Asien geben wird, ist für Deutschland beispielsweise völlig irrelevant.

Kurz, prägnant, informativ
Außerdem sind für die Adaption einer Presseinformation aus einem anderen Land sehr gute Fremdsprachenkenntnisse und ein ausgeprägtes Sprachgefühl allein nicht ausreichend. Natürlich ist es wichtig, den Kern der Nachricht zu verstehen und auch entsprechend wiederzugeben – aber blumige Formulierungen können zu wenig Information nicht kaschieren. Insbesondere in den USA wird häufig „Marketing-Sprech“ genutzt; es häufen sich Phrasen wie „leading“, „innovative“, „unique approach“ etc. – und überhaupt sind alle Unternehmen in ihrem Bereich „führend“. In Deutschland empfinden die Journalisten dies jedoch als völlig überzogen mit der Folge, dass die jeweilige Meldung häufig im Papierkorb landet. Einen ähnlich schlechten Beigeschmack verursacht der Aufbau einer Presseinformation nach US-amerikanischem Vorbild: sachter Einstieg statt harter Fakten direkt zu Beginn. Wer um den heißen Brei herumredet, wird sich nicht in anspruchsvollen Publikationen wiederfinden. Denn Journalisten haben in der Regel nur wenig Zeit, um die eingehenden Meldungen zu selektieren. Das bedeutet, sie lesen zunächst nur die Überschriften und bei Interesse noch die Einleitung. Hier müssen Sie punkten, um aus der Masse der anderen Texte hervorzustechen.

Regionale Mitarbeiter zu Wort kommen lassen
Sollten Zitate vorkommen, empfiehlt es sich, diese entweder dem CEO oder einem lokalen Sprecher in den Mund zu legen. Außerdem sind Kürzungen und Präzisierungen häufig unumgänglich. Bei Zitaten sind leere Lobhudeleien eher die Regel statt die Ausnahme.

Abschließend noch ein Rat zur Formatierung: Sie müssen sich nicht die Mühe machen, Markenkennzeichnungen wie TM, © u.Ä. zu setzen. In der redaktionellen Berichterstattung kommen die Zeichen nicht vor, und der Redakteur ist eher angesäuert, wenn er den Text zuvor komplett bereinigen muss.

Übrigens gelten die Empfehlungen nicht nur für Adaptionen aus den USA – auch Meldungen aus EU- bzw. Nachbarländern wie Frankreich, Spanien oder Italien sollten nicht eins zu eins übersetzt werden.